Privatinsolvenz

Seit 01.10.2020 gilt: Verfahrensverkürzung auf drei Jahre

Das Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet Ihnen als Privatperson die Möglichkeit, sich innerhalb von 3
Jahren von Ihren Schulden zu befreien.

Für ehemals Selbständige gilt die Besonderheit, dass für sie auch ein Verbraucherinsolvenzverfahren in Betracht kommt, soweit die Vermögensverhältnisse überschaubar sind und keine Schulden aus
Arbeitsverhältnissen bestehen.

Ich berate Sie gerne, welches Insolvenzverfahren für Sie in Frage kommt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und mit welchen Folgen/Risiken Sie zu rechnen haben.

Verfahrensablauf

1. Dem eigentlichen gerichtlichen Insolvenzverfahren ist zwingend ein außergerichtliches
Schuldenbereinigungsverfahren vorgeschaltet, in dem mit Ihren Gläubigern eine Einigung zur Tilgung Ihrer
Schulden herbeigeführt werden soll. Stimmen die Gläubiger dieser Schuldenbereinigung zu, werden Ihnen
die Restschulden erlassen. Lehnt auch nur ein Gläubiger diesen außergerichtlichen Einigungsversuch ab,
ist das außergerichtliche Verfahren gescheitert und Sie können beim Insolvenzgericht einen Antrag auf
Einleitung des gerichtlichen Verfahrens stellen. Bitte beachten Sie, dass die Durchführung des außergerichtlichen Verfahrens durch einen Rechtsanwalt, eine Schuldnerberatungsstelle oder eine andere
geeignete Stelle zu bescheinigen ist.

2. Nachdem Sie den Insolvenzantrag und ggf. auch einen Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten gestellt
haben, kann das zuständige Gericht das Insolvenzverfahren eröffnen. Dieses eigentliche gerichtliche
Insolvenzverfahren dauert ca. 1 bis 2 Jahre. In dieser Zeit erfolgt durch einen seitens des Insolvenzgerichts
bestellten Insolvenzverwalter eine Bestandsaufnahme Ihrer Vermögensverhältnisse. Soweit Vermögen oder
pfändbares Einkommen verfügbar ist, werden hiervon zunächst die Verfahrenskosten ausgeglichen und
anschließend die Gläubiger nach Quote befriedigt.

3. Dem gerichtlichen Verfahren schließt sich die Wohlverhaltensperiode – oder auch
Restschuldbefreiungsphase genannt – an, in der vom Insolvenzschuldner vorrangig das pfändbare
Einkommen an den Insolvenzverwalter abzuführen ist. Nach Ablauf von 3 Jahren, gerechnet ab Verfahrenseröffnung, wird Ihnen, soweit Sie den Mitwirkungspflichten nachgekommen sind, die
Restschuldbefreiung erteilt.

Dauer des Verfahrens

Privatinsolvenzverfahren sind nach drei Jahren abgeschlossen. Diese neue gesetzliche Regelung gilt für alle Verfahren, die nach dem 01.10.2020 beantragt wurden.

Jetzt Termin vereinbaren
WERNER LUTZ Rechtsanwalt

Schulstraße 4
13507 Berlin
(Reinickendorf Tegel)

© 2022